Druckverfahren & Drucktechniken im Überblick

In der Druckindustrie gibt es viele verschiedene Druckverfahren und Drucktechniken, die in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen. Meist hängt die Entscheidung, welches Druckverfahren angewendet wird, vom zu bedruckenden Material ab, aber auch Zweck und Kosten des Endprodukts spielen eine Rolle. Im Folgenden erfährst du, welche Druckverfahren es gibt und welche beim Veredeln von Werbeartikeln am häufigsten benutzt werden.

Druckverfahren einfach erklärt

Was versteht man unter Druckverfahren?

Druckverfahren bzw. Drucktechniken sind jene Verfahren, die zur Vervielfältigung von Druckvorlagen eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Druckfarbe auf den Bedruckstoff übertragen wird. Dabei hat natürlich jedes Druckverfahren seine Vor- und Nachteile und wird für ganz bestimmte Bereiche und Materialien eingesetzt.

Nach DIN 16500 werden vier Hauptdruckverfahren unterschieden: Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck und Durchdruck. Auch der moderne Digitaldruck kann als eigenes Druckverfahren bezeichnet werden. Die einzelnen Druckverfahren können weiter in Unterkategorien unterteilt werden. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Oberflächenstruktur der Druckformen, die Übertragungsart (direkt oder indirekt) sowie durch die Herstellung der Druckformen.

Druckverfahren für der Veredlung von Werbeartikeln

Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über jene Druckverfahren, die bei der Veredlung von Werbeartikeln am häufigsten eingesetzt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Drucktechniken, sondern auch um andere Veredelungsmöglichkeiten wie einer Bestickung oder einer Gravur. Auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren gehen wir ebenfalls näher ein.

Siebdruck

Der Siebdruck ist ein Durchdruckverfahren und eine der am häufigsten angewendeten Drucktechniken. Die Druckform besteht bei diesem Verfahren aus einem Siebdruckgewebe aus Metall- oder Kunststofffäden. Bei der Herstellung ist darauf zu achten, dass die Maschenöffnungen sehr gleichmäßig sind.

Die Druckfarbe wird mithilfe eines Gummirakels, einem messerähnlichen Werkzeug, durch das Gewebe auf den Bedruckstoff aufgedruckt. An jenen Stellen, die nicht bedruckt werden sollen, wird die Maschenöffnung des Gewebes farbundurchlässig gemacht. Die unterschiedliche Feinheit des Gewebes sorgt dafür, dass verschieden hohe Farbdichten und feine Details aufgetragen werden können.

Materialien Papiererzeugnisse, Kunststoffe, Holz, Textilien, Keramik, Metall und Glas 
Vorteile Liefert eine satte, großflächige und hochdeckende Farbauflage, es können auch feine Details abgebildet werden.
Nachteile Wird in der Regel für ebene Flächen verwendet, mithilfe von Spezialmaschinen können jedoch auch runde Oberflächen bedruckt werden.

Tampondruck

Der Tampondruck kann zu den Tiefdruckverfahren gezählt werden. Er kommt in der Werbemittelbranche besonders häufig zum Einsatz und wird vor allem beim Bedrucken von Kunststoffkörpern verwendet. Mithilfe des Tampondrucks können auch grobe, unebene und gewölbte Flächen bedruckt werden.

Die Farbe wird mit einem flexiblen Drucktampon aus Silikonkautschuk übertragen. Das Druckbild ist auf einer Klischeeplatte als Vertiefung vorgegeben, welches mit Farbe gefüllt wird. Der Drucktampon wird auf das Klischee gedrückt und überträgt die Farbe auf den Artikel (Stempeldruckprinzip).

Materialien unterschiedlich geformte Artikel aus Kunststoff, Metall, Glas und Keramik
Vorteile Die Druckfarbe wird fast zu 100 Prozent übertragen und das Druckverfahren liefert eine sehr hohe Qualität. Durch die Verformbarkeit des Tampons können Gegenstände fast jeder Form bedruckt werden.
Nachteile Grenzen in der Druckbildgröße


Transferdruck

Der Transferdruck wird auch als Sublimationsdruck bezeichnet und ist ein relativ neues Druckverfahren, das erst Ende der 1960er-Jahre eingeführt wurde. Bei dieser Technik wird der Farbstoff in den Trägerstoff eingedampft (sublimiert).

Es handelt sich um ein Druckverfahren, das in zwei Phasen abläuft: Zuerst wird das Motiv auf eine Trägerfolie gedruckt und danach mit einer Transferpresse auf den zu bedruckenden Artikel übertragen. Der Transferdruck kommt besonders häufig bei Textilien zum Einsatz.

Materialien hauptsächlich Textilien aus synthetischen Fasern
Vorteile Der Transferdruck zeichnet sich durch eine hohe Deckkraft und Farbintensität aus.
Nachteile nicht für alle Materialien geeignet


Digitaldruck

Wie der Name schon sagt, ist der große Vorteil des Digitaldrucks, dass keine feste Druckform benötigt wird, sondern das Druckbild direkt vom Computer in die Druckmaschine übertragen wird. Als Drucksysteme fungieren dabei meist Laser- oder Tintenstrahldrucker sowie spezielle Druckmaschinen.

Der Digitaldruck ist vor allem bei personalisierten Druckaufträgen mit variablen Daten oder Kleinauflagen sinnvoll, da mit dynamischen, digitalen Druckformen gearbeitet wird. In der Werbemittelbranche kommt er häufig dann zum Einsatz, wenn ein Artikel individuell auf den Kunden abgestimmt wird.

Materialien Papier, Folien, Kunststoff, Glas, Metall, Holz und Stein
Vorteile kostengünstig, unkompliziert, schnell, großflächiger Druck möglich, fotorealistische Motive, klare und gut lesbare Schriften, dichte und weiche Farben und Farbeverläufe
Nachteile Bei genauen Farbangaben kann es zu Abweichungen kommen.


Gravur

Neben den verschiedenen Druckverfahren ist die Gravur eine der am häufigsten eingesetzten Veredelungstechnik bei Werbeartikeln. Bei einer Gravur handelt es sich um eine „Einschneidung“ von Verzierungen in Metalle, Glas, Stein und andere feste Materialien. Eine Einschneidung in weichen Materialen wie Holz wird hingegen meist als Schnitzen bezeichnet.

Die klassische Gravur wird per Hand gefertigt und ist dadurch relativ zeitintensiv. Mithilfe eines Stichels als Werkzeug wird Material an der Oberfläche abgetragen, um eine Struktur zu schaffen, die sich vom Rest des Werkstoffes abhebt. Die Vertiefungen können zudem mit Farbe versehen werden, damit sie noch deutlicher sichtbar sind.

Materialen Metalle wie Messing, Kupfer, Silber, Stahl; Glas und Stein
Vorteile sehr hochwertige und individuelle Veredelungstechnik, langlebig
Nachteile nur bei bestimmten Materialen anwendbar, kosten- und zeitintensiv


Lasergravur

Die Lasergravur ist eine spezielle Art der Gravur, bei der das Material durch einen Laserstrahl so stark erhitzt wird, dass sich die Farbe verändert, verdampft oder verbrennt. Beim Veredeln von Webeartikeln kommt die Lasergravur immer häufiger zum Einsatz, zum Beispiel bei Artikeln aus dem elektronischen Bereich sowie bei Produkten aus Metall oder Glas.

Es gibt verschiedene Arten, den Laser einzusetzen. Mithilfe eines speziellen Laserscanners ist es sogar möglich, Fotos auf Metall- oder Glasoberflächen anzubringen. Besonders exklusiv ist das Verfahren der Glasinnengravur, mithilfe dessen im Inneren des Glasblocks ein dreidimensionales Bild erzeugt werden kann.

Materialien Metall, Glas, Stein
Vorteile sehr hochwertige Veredlungstechnik, langlebig, schnelle Umsetzung
Nachteile Die farbliche Gestaltung ist eingeschränkt.


Heißfolienprägung

Die Heißfolienprägung ist eine Veredelungstechnik, die in der Werbemittelbranche ebenfalls häufig Anwendung findet. Wie der Name schon vermuten lässt, kommen dabei Folien zum Einsatz, deren Beschichtung durch Druck und Hitze abgelöst und auf den Werbeartikel gepresst werden.

Die Heißfolienprägung wird zum Beispiel beim Bedrucken von Büchern und Visitenkarten sowie von Verpackungen aller Art, wie Kosmetik- oder Pralinenverpackungen, eingesetzt und häufig mit anderen Druckverfahren, zum Beispiel einer Reliefprägung, kombiniert.

Materialien hauptsächlich Papier und Karton
Vorteile kann mit anderen Drucktechniken kombiniert werden
Nachteile Das Material muss ein Mindestmaß an Hitzebeständigkeit aufweisen und eine gewisse Oberflächenstruktur und Elastizität besitzen, damit die Folienschicht angebracht werden kann.


Doming

Eine ganz spezielle und sehr beliebte Veredlungstechnik in der Werbemittelbranche ist das Doming. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Herstellung gewölbter, dreidimensionaler Oberflächenbeschichtungen, die meist eine transparente oder gläserne Optik besitzen und auch als Gel-Aufkleber oder 3D-Aufkleber bezeichnet werden.

Die Doming-Aufkleber werden zuerst gedruckt und getrocknet und erst in einem zweiten Schritt wird das Gel aufgetragen. Danach werden die Doming-Aufkleber in der Regel einige Minuten lang in einem UV-Lichtofen getrocknet. Doming-Aufkleber eignen sich hervorragend dafür, Schriften oder Druckmotive zu verstärken.

Materialien für alle Materialien, vorwiegend auf Metall, Kunststoff, Papier sowie Polyester-, PVC- und Metallic-Folien
Vorteile vielseitig einsetzbar, kratzfest, witterungsbeständig
Nachteile werden nicht direkt auf dem Werbeartikel angebracht, sondern aufgeklebt


Bestickung

Einige Werbeartikel, vor allem Textilien, lassen sich auch hervorragend mit einer hochwertigen Bestickung veredeln. Das Sticken ist eine textile Technik, mit der Stoffe, Leder oder auch Papier mittels Aufnähens von Fäden verziert werden können.

Bei der Bestickung kommen verschiedene Techniken zur Anwendung uns sie kann sowohl einfarbig als auch in mehreren Farben realisiert werden. Neben der Direktbestickung wird auch die 3D-Bestickung immer beliebter, bei der zusätzliches Füllmaterial zum Einsatz kommt und die häufig bei Caps eingesetzt wird.

Materialien Stoffe, Leder, Papier
Vorteile hochwertige Veredelungstechnik, bei gleichbleibendem Motiv kann die Stickkarte abgespeichert werden
Nachteile auf bestimmte Materialen begrenzt, nicht alle Motive können umgesetzt werden 


Beflockung

Bei der weniger bekannten Beflockung handelt es sich grundsätzlich um ein Verfahren, bei dem unzählige Flockfasern, also Fasern von geringer Länge (ca. 1 – 5 mm), in einem elektrischen Feld auf ein mit Klebstoff beschichtetes Material aufgebracht werden. Durch ihre elektrische Leitfähigkeit richten sich die Fasern alle senkrecht aus, wodurch eine gleichmäßige Oberfläche entsteht.

Als besonders hochwertiges Textildruckverfahren gilt die Textilbeflockung. Dabei kommt eine Flockfolie mit einem Motiv zum Einsatz, die heiß auf die Textilien transferiert wird. Mit diesem Verfahren lassen sich Baumwolle und Baumwollmischgewebe beispielsweise auch mit Polyester oder Acryl beflocken.

Materialien alle Materialien, auf denen der Klebstoff haftet; vorwiegend Textilien
Vorteile strapazierfähig und abriebbeständig, es kann sowohl eine weiche als auch eine harte Oberfläche erzeugt werden.
Nachteile Die Oberfläche des zu veredelnden Materials muss glatt oder darf nur sehr leicht geprägt oder gerillt sein.


An Druckverfahren zur Veredelung von Werbeartikeln mangelt es also nicht. Welche Drucktechnik am besten für den jeweiligen Zweck und das zu bedruckende Material geeignet ist, weiß der Druckprofi letzten Endes aber immer am besten. Es ist daher ratsam, sich in Sachen Werbeaufdruck an einen Experten zu wenden, denn dann erhält man garantiert das gewünschte Resultat.

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